Bezahlbarer Wohnraum ist vielerorts knapp. Deshalb ist es richtig, dass sich die Bundesregierung in ihrem Reformpaket für Aufschwung und Beschäftigung vom 2. Juli 2026 auf zahlreiche Maßnahmen zur Belebung des Wohnungsbaus verständigt hat. Besonders begrüßen wir die Entscheidung des Koalitionsausschusses, den Systemrisikopuffer für Wohnimmobilienfinanzierungen zum 1. Januar 2027 auf null zu setzen.
Derzeit müssen Kreditinstitute für mit Wohnimmobilien besicherte Kredite zusätzliches Eigenkapital in Höhe von einem Prozent vorhalten. Dies bindet Mittel, die für die Finanzierung von Wohnimmobilien dringend benötigt werden.
Der Kapitalpuffer sollte ursprünglich helfen, die systemischen Risiken am deutschen Immobilienmarkt abzufedern. Doch die Lage hat sich inzwischen entspannt: Die Wohnimmobilienmärkte haben sich stabilisiert und die Kreditvergabestandards sind weiterhin konservativ. Auch der Ausschuss für Finanzstabilität sieht in seinem letzten Bericht weniger Verwundbarkeiten am deutschen Wohnimmobilienmarkt. Eine Absenkung des Puffers auf null Prozent ist deshalb folgerichtig.
Nun kommt es auf eine zügige Umsetzung an. Damit die Absenkung zum Jahresbeginn 2027 greift, muss der Ausschuss für Finanzstabilität zeitnah eine entsprechende Empfehlung aussprechen. Wir haben das dort vertretene Bundesministerium der Finanzen daher im Rahmen der Deutschen Kreditwirtschaft gebeten, rasch die notwendigen Schritte für eine Absenkung des Puffers einzuleiten.
Entscheidend ist zudem: Die Entlastung darf nicht an anderer Stelle durch neue makroprudenzielle Maßnahmen wieder eingeschränkt werden. So würde etwa eine aufsichtlich angeordnete Begrenzung des Beleihungsauslaufs – des sogenannten Loan-to-Value-Verhältnisses – die Vergabe von Immobilienkrediten erheblich beschränken.
Die Absenkung des Kapitalpuffers für Wohnimmobilienkredite würde ein wichtiges Signal setzen: Die regulatorischen Rahmenbedingungen für Wohnimmobilienfinanzierungen würden verbessert und zusätzliche Spielräume für den Erwerb und den Bau von Wohnimmobilien geschaffen.