Deutsch-französiche Taskforce zu digitalen Finanzmärkten: Digitale Lösungen skalieren und regulatorische Hürden abbauen

Das deutsche und das französische Finanzministerium haben eine gemeinsame Taskforce ins Leben gerufen, um die Wettbewerbsfähigkeit und Souveränität Europas im digitalen Finanzwesen zu stärken. Hierzu die VÖB-Hauptgeschäftsführerin Iris Bethge-Krauß: „Digitale Lösungen bieten insbesondere im Kapitalmarktgeschäft erhebliche Effizienzgewinne, insbesondere durch die Nutzung der Distributed Ledger Technology (DLT). Sie müssen daher aus dem Pilotstadium in den breiten Markt überführt werden.“ 

Der VÖB hat in diesem Zusammenhang die folgenden weiteren Kernforderungen formuliert: 

  1. Die Politik muss die regulatorische Komplexität abbauen, um den europäischen Bankensektor im internationalen Wettbewerb zu stärken. Nur so kann die Souveränität Europas langfristig gewähr­leistet werden. Ein zentraler Hebel ist dabei die konsequente Vereinfachung und Eliminierung von Berichts- und Meldepflichten.
  2. Die DLT bietet erhebliche Effizienzgewinne bei Emissionen, in der Abwicklung und im Sicherheitenmanagement. Die zentrale Hürde für die institutionelle Nutzung ist derzeit jedoch die fehlende Notenbankfähigkeit für tokenisierte Wertpapiere, die dezentral und außerhalb traditioneller Zentralverwahrer (CSDs) geführt werden. Diese Lücke schränkt die Liquidität dieser Assets massiv ein. Das Eurosystem sollte seinen Sicherheitenrahmen entsprechend modernisieren.
  3. Die Bereitstellung künftiger digitaler Marktinfrastrukturen sollte dezentral, marktgetrieben und im Wettbewerb durch den privaten Sektor erfolgen. Es dürfen keine monopolistischen Infrastrukturen aufgebaut werden, die die Innovationskraft des privaten Marktes einschränken. Auch bei der Abwicklung von Interbankengeschäft in Zentralbankgeld unter Nutzung der DLT sollte das Eurosystem auf Schnittstellen zur Privatwirtschaft setzen.

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