Berlin, 20. Februar 2026
Vor dem Hintergrund tiefgreifender geopolitischer Umbrüche und wachsender gesamtwirtschaftlicher Unsicherheiten haben die Deutsche Kreditwirtschaft (DK) und die Fédération bancaire française (FBF) heute in Berlin ihren Deutsch‑Französischen Finanzdialog fortgeführt und damit ein Signal für entschlossenes europäisches Handeln gesendet. Beide Seiten unterstreichen mit dem Format die zentrale Rolle der deutsch‑französischen Zusammenarbeit für ein souveränes, wettbewerbsfähiges und robust finanziertes Europa.
Im Zentrum des Treffens standen die Auswirkungen der aktuellen geopolitischen Entwicklungen auf Finanzmärkte, Regulierung und Investitionen in Europa. „Wenn wir uns die aktuelle Lage der EU anschauen, sehen wir einen Kontinent an einem Scheideweg: Entweder wir sind innovativer und integrieren uns mehr oder wir riskieren, global ins Hintertreffen zu geraten. Ein starker europäischer Finanzmarkt erfordert nicht die Aushöhlung nationaler Stärken, sondern einen ehrgeizigeren Ansatz zur Harmonisierung. Wir wollen sicherstellen, dass die europäischen Kapitalmärkte zu einem Motor für Wachstum werden und dabei Bürokratie abgebaut wird“, sagte Daniel Quinten, Vorstandsmitglied des BVR, in diesem Jahr federführend für die DK.
Ein zentraler Gesprächspunkt war die Rolle des Finanzsektors bei der Stärkung europäischer Souveränität, insbesondere bei Zahlungsdiensten. In diesem Zusammenhang verwiesen DK und FBF auf die Bedeutung privatwirtschaftlicher Initiativen. Maya Atig, CEO der FBF, erklärte: „Die privaten Initiativen im Zahlungssektor gewinnen an Dynamik und zeigen, dass die europäische Souveränität durch pragmatische und konkrete Lösungen voranschreitet. Der privatwirtschaftliche Weg zeigt seine Stärken, indem er eine schnelle und effiziente Umsetzung gewährleistet, insbesondere im Vergleich zu rein öffentlichen Ansätzen wie dem digitalen Euro. So wie die deutschen und französischen Staats- und Regierungschefs gemeinsam daran arbeiten, europäischen Initiativen ein neues Momentum zu verschaffen, arbeiten auch die FBF und die DK zusammen, um konkrete Vorschläge zu deren Finanzierung zu machen.”
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der gemeinsamen Forderung nach einer spürbaren Verbesserung der europäischen Wettbewerbsfähigkeit.
DK und FBF sind sich einig, dass Regulierung effizienter, kohärenter und verhältnismäßiger werden muss. Überlappungen, übermäßige Detailvorgaben und unnötige Berichtspflichten binden Ressourcen, die angesichts der enormen Investitionsbedarfe für Kreditvergabe, Innovation und Risikomanagement benötigt werden. Eine Vereinfachung der regulatorischen Rahmenbedingungen wird daher als wesentliche Voraussetzung gesehen, um die wettbewerbsfähige Leistungsfähigkeit des europäischen Finanzsystems zu sichern.