Berlin. Frauen sind in den Vorständen öffentlicher Banken deutlich stärker vertreten als im Durchschnitt der größten deutschen Institute. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Bundesverbands Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB) zum Stichtag 1. Januar 2026. Von insgesamt 81 Vorstandsmitgliedern in 25 Förder- und Landesbanken sind 22 Frauen. Der Frauenanteil liegt damit bei 27,2 Prozent und blieb gegenüber dem Vorjahr (27,4 Prozent) nahezu unverändert.
Zum Vergleich: Bei den 100 größten deutschen Banken beträgt die Frauenquote auf der obersten Führungsebene lediglich 21,8 Prozent (Vorjahr: 20,7 Prozent). Dies geht aus einer Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW-Wochenbericht Nr. 3/2026) hervor. Öffentliche Banken liegen damit weiterhin klar über dem Branchendurchschnitt.
„Die öffentlichen Banken stehen für Verantwortung – auch bei der Besetzung ihrer Führungsgremien“, sagt VÖB-Hauptgeschäftsführerin Iris Bethge-Krauß. „Vielfalt in den Vorständen stärkt die Qualität von Entscheidungen und ist ein wichtiger Faktor für nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg. Dass öffentliche Banken hier seit Jahren über dem Durchschnitt liegen, ist ein starkes Signal unserer Häuser.“
Auch bei den Vorstandsvorsitzen zeigt sich bei den öffentlichen Banken ein vergleichsweise hoher Anteil weiblicher Führungskräfte. Von den insgesamt 25 Positionen mit einem Vorstandsvorsitz bzw. einer Geschäftsführungsleitung entfallen 4,5 auf Frauen. Das entspricht einem gegenüber dem Vorjahr unveränderten Anteil von 18,0 Prozent. Dabei wurden Doppelspitzen jeweils als halber Vorsitz gezählt. In der Vergleichsgruppe der 100 größten deutschen Banken betrug der Anteil lediglich 11,5 Prozent und ist gegenüber dem Vorjahr (14,1 Prozent) zurückgegangen.