Sustainable Finance – Quo Vadis?
Bei unserer Paneldiskussion am 11. Dezember 2025 in Brüssel diskutierten Vertreter von EU-Kommission, Wissenschaft und Finanzwirtschaft vor über die Zukunft des Finanzwesens. Hintergrund der Veranstaltung ist die deutliche Verschiebung der politischen Prioritäten hin zu mehr Wettbewerbsfähigkeit. Gleichzeitig beschleunigt sich der Klimawandel, Extremwetterereignisse nehmen zu und die Kosten fehlender Anpassung und Ökosystemdienstleistungen steigen. Für Banken bedeuten diese Entwicklungen einen hohen Finanzierungsbedarf seitens der öffentlichen Hand und der Wirtschaft, gerade für die notwendigen langfristigen Infrastrukturinvestments. Politische Kurswechsel und Ungewissheit sind dabei Hemmnisse. Für die Erreichung der ambitionierten politischen Ziele und Abwendung der ökologischen Konsequenzen braucht es stattdessen einen stabilen, investitionsfreundlichen Rahmen, der langfristige Planung ermöglicht. Unter dem Motto „Sustainable Finance – Quo Vadis?“ war die Diskussion daher geleitet von der Frage, wie Nachhaltigkeit im Finanzwesen weiter integriert wird – sowohl politisch als auch im Geschäft der öffentlichen Banken.
Die öffentlichen Banken halten an der Transformation als Chance fest
In seiner Begrüßungsrede betonte Christoph Wengler, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des VÖB, das Bekenntnis der öffentlichen Banken zu den Klimazielen sowie ihren Willen, die Wirtschaft bei der Transformation zu begleiten.
In der anschließenden Paneldiskussion vertrat Petra Sandner – Chief Sustainability Officer der Helaba und Vorsitzende der VÖB-Kommission Sustainable Finance – die öffentlichen Banken. Ihre Kernbotschaft war klar: Transformation sei eine Chance. Für die öffentlichen Banken gäbe es keine Abkehr von der Nachhaltigkeit. Im Gegenteil: Transformationsfinanzierung sei bereits fester Bestandteil des Geschäftsmodells öffentlicher Banken. Die nächsten Herausforderungen, wie die zunehmend notwendigen Klimafolgenanpassung und die Stärkung der Kreislaufwirtschaft würden bereits in Angriff genommen. Auch Aktivitäten zu Natur und Biodiversität würden hochgefahren.
EU-Kommission weiter auf Kurs
Auch die anwesende Vertreterin der Europäische Kommission wollte von einem reduzierten Ambitionsniveau nichts wissen: Zwar habe man bei Offenlegungs- und Sorgfaltspflichten vereinfachen müssen, doch die klimapolitische Zielsetzung sei mit dem europäischen Klimagesetz fest verankert. Mehr noch, für den Herbst 2026 stehen bei der EU-Kommission bereits die Themen Resilienz und Klimafolgenanpassung auf der Agenda, welche den Klimaschutz flankieren.
Unsere Botschaft an die Politik ist eindeutig
Auf die Frage, was man von der Politik brauche, waren sich die Panelistinnen und Panelisten einig: Verlässliche Rahmenbedingungen, die Planbarkeit und Investitionssicherheit ermöglichen, um zügig in die Umsetzung zu kommen. Für die öffentlichen Banken ist klar, Transformation ist eine Gemeinschaftsaufgabe!